Um die schlanke Silhouette moderner Light-E-Bikes zu ermöglichen, bedarf es passender Energiespeicher. Bosch flankiert die Hub Line daher mit dem neuen PowerTube 360 Akku.
Mit einem Durchmesser von 68 Millimetern und einem Gewicht von 2,1 Kilogramm ist er der bisher kompakteste Akku im Bosch-Sortiment. Die Kapazität von 360 Wattstunden (Wh) ist im urbanen Raum für Reichweiten von rund 80 Kilometern ausgelegt. Fahrradhersteller können den Akku wahlweise fest im Unterrohr verbauen oder als entnehmbare Variante konstruieren. Für Pendler, die gelegentlich längere Touren planen, ist das System „DualBattery-ready“ und lässt sich mit dem trinkflaschengroßen Zusatzakku PowerMore 250 erweitern.
Das Ökosystem als Trumpf
Der Markt für leichte Nabenmotoren ist bereits stark besetzt. Hier muss sich Bosch gegen etablierte Akteure behaupten. Die Strategie von Bosch unterscheidet sich jedoch in einigen wesentlichen Punkten von den Mitbewerbern:
Bosch vs. Mahle (X20 / X35)
- Mahle ist der aktuelle Platzhirsch bei leichten Nabenmotoren. Das X20-System ist noch etwas leichter als der Bosch-Antrieb und liefert ähnliche Leistungswerte. Boschs größter Vorteil im direkten Vergleich ist jedoch das geschlossene Ökosystem. Wer die Hub Line kauft, bekommt das volle Bosch Smart System. Das bedeutet: Intelligente Funktionen über die eBike Flow App, nahtlose Over-the-Air-Updates und vor allem den Zugriff auf das gigantische, weltweite Bosch-Servicenetzwerk bei den Fachhändlern.
Erstes Modell bereits am Start
Dass die Fahrradindustrie auf diesen Schritt gewartet hat, zeigt sich bereits: Mit dem Canyon Roadlite:ON CF wurde direkt das erste Serienbike mit dem neuen Bosch-Nabenmotor vorgestellt. Es wiegt wenig, setzt auf einen wartungsarmen Riemenantrieb und unterstreicht die Zielrichtung von Bosch: Cleane Optik und unkomplizierte Mobilität für die Stadt.
Mit der Hub Line schafft Bosch eine spannende Alternative zu den bisher etablierten Nabenmotoren und dürfte den Markt für Light-E-Bikes maßgeblich prägen.
Bosch vs. Bafang
- Der asiatische Riese Bafang punktet im Nabenmotor-Segment oft mit innovativer Hardware-Integration, wie etwa Motoren mit integrierter Zwei- oder Dreigangschaltung (H710/H730). Bosch verzichtet auf ein integriertes Getriebe im Motor, bietet dafür aber mit eShift eine intelligente Software-Schnittstelle. So kann die Hub Line mit externen elektronischen Kettenschaltungen (z. B. von Shimano) kommunizieren, um automatische oder teilautomatisierte Gangwechsel zu ermöglichen.
Bosch vs. Direktläufer (z. B. Neodrives)
- Hersteller wie Neodrives setzen auf getriebelose Direktläufer-Nabenmotoren. Diese sind völlig geräuschlos, extrem verschleißarm und bieten Rekuperation (Energierückgewinnung beim Bremsen), sind aber deutlich größer und schwerer. Bosch wählt bei der Hub Line den Weg eines leichten Getriebe-Nabenmotors, der zwar keine Rekuperation bietet, dafür aber das Radgewicht niedrig hält und das fahrradähnliche Handling bewahrt.
Hub Line vs. Performance Line SX
- Bosch macht sich mit dem eigenen leichten Mittelmotor (Performance Line SX) nicht zwingend selbst Konkurrenz. Der SX-Motor liefert mehr Drehmoment (55 Nm) und erfordert höhere Trittfrequenzen, was ihn ideal für leichte E-Mountainbikes und sportive Gravelbikes macht. Die Hub Line ist hingegen der Spezialist für flache Strecken, Asphalt und den Stop-and-Go-Verkehr der Stadt.