Tschüss, Festnetz! Immer mehr Deutsche ziehen den Stecker

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Ein schrillendes Telefon auf der Flurkommode? Für viele Haushalte ist das längst Geschichte. Immer mehr Menschen in Deutschland verzichten komplett auf das klassische Festnetz und setzen stattdessen auf Smartphone, WLAN-Call und Messenger-Dienste. Doch lohnt es sich finanziell überhaupt, beim Internetanbieter auf die Telefon-Option zu verzichten? Ein Blick auf aktuelle Statistiken und Tarifstrukturen des Jahres 2026 zeigt ein überraschendes Bild.

Die Art und Weise, wie wir kommunizieren, befindet sich in einem radikalen Wandel. Während das Internetvolumen neue Rekordwerte erreicht, stirbt die klassische Sprachtelefonie einen schleichenden Tod. Dennoch klebt die alte Festnetznummer oft noch hartnäckig in den Verträgen der Verbraucher.

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Tschüss, Festnetz!
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Festnetz-Nutzung bricht ein: Die aktuellen Zahlen für 2026

Das klassische Festnetz verliert rasant an Bedeutung. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Innofact im Auftrag von Verivox (Juli 2026) nutzen nur noch 61 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich einen stationären Telefonanschluss. Im Jahr zuvor waren es noch 71 Prozent – ein drastischer Einbruch innerhalb von nur zwölf Monaten.

Die echten Nutzungsgewohnheiten sind sogar noch extremer:

  • 39 Prozent verwenden das Festnetz überhaupt nicht mehr.
  • Fast jeder Fünfte (19 Prozent) besitzt zwar technisch noch eine Festnetzleitung, weil diese im Internetvertrag enthalten ist, nutzt sie aber schlichtweg nicht.
  • Nur 10 Prozent der Befragten telefonieren noch täglich über ihr Festnetz.

Dabei zeigt sich ein enormer Generationenunterschied: Während bei den 70- bis 79-Jährigen noch 89 Prozent am Festnetz festhalten, sind es bei den 18- bis 29-Jährigen gerade einmal noch 42 Prozent. Für jüngere Haushalte ist das Smartphone längst die alleinige Kommunikationszentrale geworden.

Messenger und Datenvolumen als Sargnagel des Haustelefons

Diese Entwicklung spiegelt sich auch schonungslos im aktuellen Jahresbericht Telekommunikation 2025 der Bundesnetzagentur (veröffentlicht im Sommer 2026) wider. Das Gesprächsvolumen im klassischen Festnetz sackte innerhalb eines Jahres von 57 Milliarden auf rund 47 Milliarden Minuten ab. Sogar die klassische Mobilfunktelefonie ist rückläufig. Gewinner dieser Verschiebung sind Messenger- und Videodienste wie WhatsApp, FaceTime oder Zoom.

Die Zahl der über das Internet geführten Sprachanrufe stieg rasant an, wobei sich das Gesprächsvolumen in diesem Bereich auf gewaltige 198 Milliarden Minuten belief. Parallel dazu explodiert der reine Datenhunger. Über deutsche Breitbandanschlüsse flossen durchschnittlich 376 Gigabyte pro Monat und Anschluss – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr.

Die Nutzer wollen also immer schnellere und stabilere Leitungen (etwa durch den fortschreitenden Glasfaserausbau), aber sie wollen darüber surfen und streamen, nicht klassisch telefonieren.

Spart reines Internet ohne Telefonie wirklich Geld?

Angesichts dieser Zahlen liegt der Gedanke nahe: Wer das Festnetz nicht nutzt, sollte einen reinen Datentarif buchen und bares Geld sparen. Die Praxis der Internet-Provider sieht jedoch anders aus.Wer gezielt nach DSL- oder Glasfasertarifen sucht, bei denen keine Telefon-Flatrate inkludiert ist, wird oft enttäuscht. Die großen Netzanbieter wie Telekom, Vodafone und o2 bündeln ihre Breitbandanschlüsse standardmäßig mit einer Festnetz-Flatrate. Es gibt allerdings Ausnahmen:

Anbieter wie die Telekom-Tochter Congstar vermarkten sehr transparent reine Internettarife (DSL und Glasfaser) explizit ohne Festnetz-Telefonie. Aber ist das unter dem Strich wirklich günstiger?Die Antwort ist ein klares Jein. Reine Internettarife haben oft eine günstigere Basisgrundgebühr. Betrachtet man jedoch die Gesamtkosten über die typische Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten, dreht sich das Bild häufig.

Der Grund: Auf die klassischen „Komplettpakete“ aus Internet und Telefonie gewähren die großen Provider und Vergleichsportale oft hohe Neukundenboni, Cashbacks oder monatelange Rabattphasen („Die ersten 6 Monate für 0 Euro“). Rechnet man alle Boni gegen, sind die überfrachteten Kombi-Pakete inklusive ungenutzter Telefon-Flatrate über zwei Jahre hinweg oft günstiger als die nackten, reinen Datentarife.

Fazit

Der endgültige Abschied vom Festnetz ist in Deutschland in vollem Gange. Für knapp 40 Prozent der Gesellschaft spielt das Haustelefon bereits heute keine Rolle mehr. Zwar versuchen Telekommunikationsanbieter weiterhin, Festnetz-Flatrates als Standard in ihre Breitbandtarife zu integrieren, doch der Nutzen für den Verbraucher geht gegen null. Wer Kosten optimieren möchte, sollte beim nächsten Vertragswechsel ganz genau hinschauen:

Vergleichen Sie nicht nur die nackten monatlichen Tarifpreise (mit oder ohne Telefonie), sondern unbedingt den rechnerischen Durchschnittspreis über 24 Monate inklusive aller Wechselboni. Oftmals ist es paradoxerweise am günstigsten, das Kombi-Paket abzuschließen – und das Festnetztelefon einfach für immer im Schrank liegen zu lassen.

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Quellenangaben & weiterführende Links

  • Verivox / Innofact Umfrage zur Festnetznutzung, August 2026
  • Bundesnetzagentur, Jahresbericht Telekommunikation 2025, Juni 2026,
  • LogiTel Marktvergleich: Internettarife ohne Festnetz, Mai 2026,
  • Telekom Shop Partner Blog: Internetanschluss ohne Telefon, April 2026
  • Bildmaterial: https://www.dall-efree.com

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    Über den Autor:

    Michael W. Suhr
    Michael W. SuhrDipl. Betriebswirt
    Nach über 20 Jahren in der Logistikbranche habe ich den Schritt gewagt und mein langjähriges Hobby zum Beruf gemacht. Als Dipl. Betriebswirt, Webdesigner und Blogger verbinde ich heute handfestes wirtschaftliches Know-how mit kreativer digitaler Umsetzung. Auf meinem Blog dreht sich alles um die Themen, die mich täglich antreiben: Office-Optimierung, Karriere-Tipps, Tech-Trends und smarte Finanzen. Mein Ziel? Dir praktisches Wissen und digitale Lösungen an die Hand zu geben, die dich im Job und Alltag wirklich weiterbringen.
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